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Schusterbahn

Die Bahnstrecke Stuttgart-Untertürkheim-Kornwestheim

Die als „Schusterbahn“ bekannte Bahnstrecke Stuttgart-Untertürkheim-Kornwestheim ist die einzige schnell reaktivierbare und kostengünstige Schienen-Tangentialverbindung in Stuttgart.

Die Fraktion DIE LINKE in der Regionalversammlung setzt sich seit 2012 für die Wiederbelebung der Schusterbahn ein. Auf Initiative der LINKEN wurden im Stuttgarter Gemeinderat und in den Stuttgarter Bezirksbeiräten entlang der Strecke im Herbst Anträge zur Wiederbelebung der Schusterbahn mit großen parteiübergreifenden Mehrheiten angenommen. Auch Stadt und Landkreis Ludwigsburg sowie der Gemeinderat Kornwestheim haben sich einstimmig für die Schusterbahn ausgesprochen.

Nach den gemeinsamen Aktionen mit diversen Beschlußfassungen in Kreis- Gemeinde- und Bezirksbeiräten haben wir am 08.09.2017 einen erneuten Antrag zur Reaktivierung eingebracht.

Dieser Antrag wurde nicht wie seit 2012 einfach abgebügelt, sondern wurde gemeinsam mit anderen Anträgen - u.a. von der SPD - am 29.01.2018 behandelt. Dabei beschloß der regionale Verkehrsausschuss eine eingehende Betrachtung der Schusterbahn zusammen mit anderen Schienenstrecken überwiegend im Norden der Region. Bezeichnend war auf dieser Sitzung eine positivere Haltung zur Reaktivierung der Schusterbahn bei allen anderen Fraktionen. Dabei spielten auch durchaus die vorangegangenen Beschlußfassungen eine deutlich spürbare Rolle.

Die Verwaltung verzögerte allerdings die Auftragsvergabe und - wie sich erst bei Vorstellung der Betrachtung am 22.05.2019 ergab - verkürzte den Auftrag auf eine Betrachtung ausschließlich bezogen auf eine S-Bahn-Umstellung. Trotzdem waren die Ausführungen des VWI zur Schusterbahn grundsätzlich positiv. Auf dem "Südast" Plochingen-Esslingen ist mit erheblichem Kundengewinn zu rechnen und selbst auf dem "Nordast" Bietigheim-Kornwestheim ist mit einer spürbaren Entlastung der S-Bahn-Linien S4 und S5 zu rechnen und somit auch mittelbar mit einer Entlastung des Hauptbahnhofes als Umsteigeknoten.

Allerdings ist auch ein S-Bahn-Umbau fraglich geworden, da sich die DB wohl weigern wird, einer notwendigen Bahnsteigerhöhung zuzustimmen. Auch ist es für uns weiterhin nicht akzeptabel, die umfassende Reaktivierung der Schusterbahn wegen eines S-Bahn-Umbaus auf einen Zeitpunkt irgendwann mal nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 zu verschieben. Eine Zusammenfassung der Ausführungen des Gutachters findet Ihr zusammen mit weiteren Ausführungen zu anderen regionalen Bahnprojekten in der entsprechenden Vorlage im Anhang.

Wir haben die Ergebnisse der Betrachtung zum Anlass genommen, erneut zu den Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 einen Antrag zur möglichst schnellen Reaktivierung zu stellen. Eine Regionalbahn/Regionalexpress Bietigheim-Plochingen ist aus unserer Sicht ohne größere Eingriffe in die Infrastruktur möglich. Im Gegensatz zu einer S-Bahn sind für eine Regionalbahn im Vorfeld der Bahnhöfe Kornwestheim und Untertürkheim alle notwendigen Gleisverbindungen vorhanden. Der Fahrzeitgewinn von ca. 18 Minuten pro Fahrt sowie die ggü. dem PKW deutlich höhere Reisegeschwindigkeit sind aus unserer Sicht weiterhin schlagende Argumkente, so schnell wie möglich die Bahn wieder durchgehend "aufs Gleis" zu bringen.

Gegenwärtige Situation der Schusterbahn

Momentan existiert ein Restpersonenverkehr mit je 3 Zugpaaren im Stundenabstand in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit, daneben Güterverkehr und einige ICE-„Sprinter“. Es kommt zu häufigen Zugausfällen, da bei hohem Krankenstand/Fahrermangel die Schusterbahn bevorzugt eingestellt wird.

Durch Zugmodernisierung seit März 2017 verfügt die Schusterbahn über S-Bahn-Komfortstandard (u.a. neue Sitze, verbesserte Klimaanlage, Maßnahmen zur Barrierefreiheit).

Die Kapazität für einen durchgehenden Taktverkehr ist grundsätzlich gegeben!

Verlängerungs- und Anschlussmöglichkeiten

  • Verlängerung zu den regionalen Knotenpunkten Esslingen bzw. Plochingen sowie Ludwigsburg bzw. Bietigheim
  • nördliche Durchbildung bis Markgröningen unter Reaktivierung der Schienenverbindung Ludwigsburg-Markgröningen
  • Verknüpfung mit dem Regional- und Fernverkehr der DB und bestehenden Park&Ride-Ressourcen durch Verlängerung dem bis Plochingen im Süden
  • Verknüpfung mit dem Stadtbahnverkehr der SSB in Münster (U12) und Ebitzweg (U13)

Vorteile einer Reaktivierung und Verlängerung

  • Anschluss an den Regional- und Fernverkehr der DB
  • Verkehrsreduzierung in Stuttgart und damit Reduzierung der Feinstaub- und Lärmbelastung
  • Erweiterung des ÖPNV-Angebots insbesondere angesichts der  ab 2018 drohenden Fahrverbote bei Feinstaubalarm
  • umsteigefreie / mit erheblich weniger Umsteigen verbundene Schienenanbindung für über 100.000 Arbeitsplätze, bedeutende Bildungsstandorte und ca. 350.000 Einwohner der Region
  • Entlastung der B 10 und weiterer Nord-Süd-„Schleichwege“ parallel zur B10 (z.B. der Augsburger Straße/Neckartalstraße in Stuttgart)
  • Verlagerung von Nord-Süd-Pendlerverkehre, von der Strasse auf die Schiene in Esslingen, Fellbach, Remseck und Ludwigsburg
  • Entlastung der S-Bahnen S1, S4, S5, S6 und des Hauptbahnhofs Stuttgart als Umsteigepunkt durch Vermeidung mehrerer tausend Anfahrten und Umsteigevorgänge pro Tag

Presseecho

Bahn frei für die Schusterbahn! (Pressemitteilung, Fraktion DIE LINKE in der Regionalversammlung Stuttgart, 21.05.2019)

Schusterbahn vielleicht bald zwischen Ludwigsburg und Esslingen (Stuttgarter Nachrichten, 20.10.2017)

Neue Chance für die Schusterbahn (Ludwigsburger Kreiszeitung, 19.10.2017)

Bedauern über neue Verzögerungen bei der Schusterbahn (Pressemitteilung, 19.10.2017)

Schusterbahn soll für Entlastung sorgen (Stuttgarter Zeitung, 10.09.2017)

Reaktivierung und Verlängerung der Schusterbahn (Pressemitteilung, 08.09.2017)

Anträge auf Reaktivierung der Schusterbahn

Schusterbahn reaktivieren (Antrag zum Haushalt 2020 der Region Stuttgart am 20.10.2019)

"Schusterbahn" reaktivieren und verlängern (Antrag an den Verkehrsausschuss der Region Stuttgart am 08.09.2017)

Betriebskonzept für die Schusterbahn (Antrag an den Verkehrsausschuss der Region Stuttgart am 22.10.2012)