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"Schusterbahn" reaktivieren und verlängern!

Antrag der Fraktion DIE LINKE an den Verkehrsausschuss der Regionalversammlung am 8.9.2017.

Antrag an den Verkehrsausschuss der Regionalversammlung Stuttgart

 

Der Verkehrsausschuss beschließt eine schnellstmögliche Reaktivierung der sogenannten „Schusterbahn“ als Regionalbahn mit durchgehendem täglichen Taktverkehr mindestens alle 30 Minuten von Plochingen nach Markgröningen.

Bei der Erstellung des Betriebskonzeptes sind die entlang der Strecke liegenden Gebietskörperschaften zu beteiligen.

Bis zur Reaktivierung und ggfs. Elektrifizierung des Abschnittes Ludwigsburg-Markgröningen ist eine andere Weiterführung über Ludwigsburg hinaus z. B. nach Bietigheim zu prüfen.

 

Begründung:

Die Bahnstrecke Untertürkheim-Kornwestheim ist die einzige schnell reaktivierbare Tangentialverbindung in Stuttgart auf der Schiene.

Sie wird heute mit einem Restverkehr von je 3 Zugpaaren im Stundenabstand in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit betrieben. Da die Strecke ansonsten lediglich für Güterverkehr sowie für einige ICE-„Sprinter“ benutzt wird, ist die Kapazität für einen durchgehenden Taktverkehr grundsätzlich gegeben.

Bereits 2010, aktualisiert 2014 hat eine Studie des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart GmbH im Auftrag des VRS das erhebliche Potential der Linie dargestellt, wenn sie zu den regionalen Knotenpunkten Esslingen bzw. Plochingen sowie Ludwigsburg bzw. Bietigheim verlängert würde. Auch eine grundsätzlich positive Wirkung der Reaktivierung der Schienenverbindung Ludwigsburg-Markgröningen wurde in den Gutachten bestätigt. Deshalb bietet sich eine nördliche Durchbindung bis Markgröningen an.

Im Süden würde eine Verlängerung bis Plochingen eine Verknüpfung mit dem Regional- und Fernverkehr der DB ermöglichen und an bestehende P&R-Ressourcen anknüpfen.

In Stadt und Landkreis Ludwigsburg ist aufgrund aktueller Diskussionen das Interesse an einer derartigen durchgehenden Tangentialverbindung enorm gewachsen. In Stuttgart haben sich alle Bezirksbeiräte entlang der Strecke mit großen, parteiübergreifenden Mehrheiten für die Reaktivierung ausgesprochen.

Dabei hatte die Studie noch nicht die ab 2018 drohenden Fahrverbote bei Feinstaubalarm sowie die neuen Verknüpfungen mit dem Stadtbahnverkehr der SSB in Münster (U12) und Ebitzweg (U13) berücksichtigt.

Bei einer Durchbindung der Schusterbahn von Plochingen nach Markgröningen würden mehr als 100.000 Arbeitsplätze, bedeutende Bildungsstandorte sowie ca. 350.000 Einwohner der Region eine Schienenanbindung erhalten, die entweder umsteigefrei oder aber mit erheblich weniger Umstiegen als heute im Vergleich zur Straße sehr attraktiv wäre.

Mit der Reaktivierung der Schusterbahn könnte nicht nur die B 10 entlastet werden, sondern auch auf weiteren Nord-Süd-„Schleichwegen“ parallel zur B10, wie z.B. der Augsburger Straße/ Neckartalstraße in Stuttgart, kann mit einer deutlichen Reduzierung gerechnet werden. Auch in Esslingen, Fellbach, Remseck oder Ludwigsburg kann die Schusterbahn Nord-Süd- Pendlerverkehre von der Strasse auf die Schiene verlagern.

Darüber hinaus könnte die verlängerte Schusterbahn auch die S1, S4, S5, S6 sowie den Hauptbahnhof als Umsteigepunkt entlasten, da mehrere tausend Anfahrten und Umsteigevorgänge pro Tag durch eine derart attraktive Tangentialverbindung überflüssig werden würden.

Eine Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel Dezember 2018 ist jedenfalls nicht unrealistisch.