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PM - Stuttgart 21: Stresstest verliert weiter an Glaubwürdigkeit

Pressemitteilung vom 20.09.2026: Linke.Piraten.SÖS reagiert auf Aussagen des früheren SMA-Chefs Werner Stohler und bringt Dringlichkeitsantrag in die Regionalversammlung ein.

Stuttgart 21: Stresstest verliert weiter an Glaubwürdigkeit

Linke.Piraten.SÖS reagiert auf Aussagen des früheren SMA Chefs Werner Stohler und bringt Dringlichkeitsantrag in die Regionalversammlung ein

Die Fraktion Linke.Piraten.SÖS in der Regionalversammlung Stuttgart sieht sich durch die aktuellen Aussagen des früheren SMA-Geschäftsführers Werner Stohler in ihren langjährigen Zweifeln an der Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 bestätigt. Stohlers Aussagen kommen für die Fraktion nicht überraschend. Ihre Bedeutung ist dennoch erheblich.

Die Fraktion wird die neuen Aussagen deshalb auch zum Thema in der Regionalversammlung machen und bringt hierzu einen Dringlichkeitsantrag ein. 

Für Linke.Piraten.SÖS kann der Verband Region Stuttgart als Projektpartner von Stuttgart 21 angesichts der Tragweite der Aussagen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Der sogenannte Stresstest sollte 2011 zeigen, dass der geplante Tiefbahnhof den vorgesehenen Zugverkehr bewältigen kann. Die Schweizer Verkehrsberatungsfirma SMA begleitete und auditierte die Untersuchungen. Ihr damaliger Geschäftsführer Werner Stohler erklärte nun, selbst nicht an die Kapazitätsberechnungen geglaubt zu haben und bezeichnete sie als wertlos.

„Der Stresstest war weit mehr als irgendein Gutachten. Er war eine wichtige Grundlage dafür, Stuttgart 21 nach der Schlichtung weiterzuführen. Wenn der damalige Chef des beteiligten Prüfunternehmens heute selbst erklärt, dass er den Berechnungen nicht geglaubt hat, dann erschüttert das die Glaubwürdigkeit dieser Grundlage erheblich“, sagt Andrea Schmidt (SÖS), Mitglied des Verkehrsausschusses der Regionalversammlung.

Für die Fraktion geht es dabei nicht darum, die Diskussion des Jahres 2011 zu wiederholen. Der Tiefbahnhof ist inzwischen weitgehend gebaut. Gleichzeitig sind aber noch nicht alle Entscheidungen für die zukünftige Gestaltung des Stuttgarter Bahnknotens unumkehrbar.
Bereits 2011 hatten Werner Stohler und der damalige Schlichter Heiner Geißler eine Kombination aus Tiefbahnhof und oberirdischem Bahnhof vorgeschlagen. Stohler hält eine solche Lösung auch heute noch für die bessere Variante.

„Wir können Stuttgart 21 nicht zurückdrehen. Wir können aber verhindern, dass wir heute Entscheidungen treffen, die wir in wenigen Jahren bitter bereuen. Noch besteht die Möglichkeit, die neue und die bestehende Infrastruktur miteinander zu verbinden und damit zusätzliche Kapazitäten und betriebliche Reserven zu erhalten“, erklärt Philip Köngeter (Piraten), stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Linke.Piraten.SÖS.

Gerade die zahlreichen Verzögerungen bei Stuttgart 21 zeigen nach Ansicht der Fraktion, wie wichtig Reserven und alternative Fahrmöglichkeiten für einen stabilen Schienenverkehr sind. Der bestehende Kopfbahnhof muss aufgrund der verzögerten Inbetriebnahme ohnehin länger genutzt werden. Für Linke.Piraten.SÖS wäre es deshalb falsch, die Diskussion über seine zukünftige Rolle vorschnell für beendet zu erklären.

„Am Ende interessiert die Fahrgäste nicht, welche Seite in einer fünfzehn Jahre alten Debatte Recht behalten hat. Sie erwarten zu Recht einen Bahnknoten, der funktioniert und genügend Kapazität für einen weiteren Ausbau des Schienenverkehrs bietet. Genau daran müssen wir unsere Entscheidungen ausrichten“, so Schmidt.

Für Köngeter ist deshalb entscheidend, die heutige Situation nicht nur unter dem Gesichtspunkt bereits getroffener Entscheidungen zu betrachten:

„Wir haben Milliarden in den neuen Tiefbahnhof investiert. Jetzt muss es darum gehen, daraus gemeinsam mit der vorhandenen Infrastruktur den bestmöglichen Bahnknoten zu machen. Eine Kombinationslösung wäre kein Zurück zur Diskussion von vor fünfzehn Jahren, sondern könnte eine Chance sein, die Schwächen des Projekts abzufedern. Noch ist es dafür nicht zu spät.“

Die Fraktion Linke.Piraten.SÖS erwartet deshalb, dass die neuen Aussagen nicht als weitere Episode im jahrelangen Streit um Stuttgart 21 abgetan werden. Die Frage, wie leistungsfähig und robust der zukünftige Stuttgarter Bahnknoten sein wird, betrifft die gesamte Region und Millionen Fahrgäste.

„Bei einem Projekt dieser Größenordnung muss es möglich sein, auf neue Erkenntnisse zu reagieren. Jetzt geht es nicht darum, alte politische Gräben wieder aufzureißen. Es geht darum, Fehler nicht unumkehrbar werden zu lassen“, so Köngeter abschließend.

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