Bedenken zur Planung der "P-Option"

Johanna Rech

Pressemitteilung der Fraktion Linke.Piraten.SÖS im Verband Region Stuttgart zur Sitzung des Planungsausschusses am 09.07.2025.

Die sogenannte "P-Option" soll mit dem zweigleisigen Wartbergtunnel den Engpass zwischen Feuerbach und Hauptbahnhof im Stuttgarter Norden entschärfen und mehr Kapazitäten für den unterirdischen S-21-Tiefbahnhof schaffen. Im Planungsausschuss der Region Stuttgart forderte Johanna Rech, Vorsitzende der Regionalfraktion Linke.Piraten.SÖS, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Projekt.

Unter "Sonstige Verfahren zum Beschluss" behandelte der Ausschuss am 9.7.2025 kurz das Planfeststellungsverfahren für den Wartbergtunnel. Die Regionalverwaltung sah keine Bedenken, die große Mehrheit des Ausschusses zeigte kein Interesse, über die reine Vereinbarkeit mit dem Regionalplan hinauszuschauen. Johanna Rech (Linke.Piraten.SÖS) ging als Einzige kritisch auf die Probleme ein.

“Erweiterungsmaßnahmen wie die P-Option sind dazu gedacht, die unzureichenden Kapazitäten des nur achtgleisigen neuen Tiefbahnhofs auszugleichen”, erläuterte Rech. “Aber selbst die P-Option reicht in keinster Weise aus, um die geplante Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 im Rahmen des Deutschlandtakts aufzunehmen.”

Darüber hinaus würde der Tunnelbau für die P-Option die Weiternutzung der bestehenden Kopfbahnhof-Gleise im Hauptbahnhof unmöglich machen, die für einen halbwegs funktionierenden Bahnbetrieb in Stuttgart dringend benötigt werden. Auch liegt der geplante Wartbergtunnel in einem Mineralwasserschutzgebiet.

Der künftige Tunnel soll 3 Meter unterhalb der bestehenden S-Bahn-Gleise verlaufen, und laut Vorlage den Betrieb von S-Bahn und Gäubahn "nicht erheblich" beeinträchtigen, obwohl unspezifische "betriebliche Einschränkungen" bereits angekündigt werden. Die entsprechende Wunschliste im Beschlussvorschlag endet mit der frommen Bitte: "Sollten sich aus dem Bau- oder Endzustand erwartbare Einschränkungen ergeben, so bittet der Verband Region Stuttgart diese darzustellen". Angesichts des fahrgastfeindlichen Sperrungsmarathons der Deutschen Bahn in den vergangenen Jahren lässt sich hier Schlimmes erahnen.

"Für einen Tunnel, der sowieso nicht hält, was er verspricht, sollte man Fahrgästen keine weiteren Sperrungen, Verzögerungen und Ersatzverkehre zumuten", betonte Johanna Rech. Die Fraktion Linke.Piraten.SÖS hat der Vorlage daher nicht zugestimmt.


Kontakt:

Johanna Rech (DIE LINKE), Vorsitzende der Fraktion Linke.Piraten.SÖS

johanna.rech@region-stuttgart.org