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Rede: Rahmenvereinbarung S-Bahn-Linie Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen

Andrea Schmidt

Rede von Regionalrätin Andrea Schmidt (SÖS) am 25.03.2026 in der Regionalversammlung zu TOP 2: "Rahmenvereinbarung für eine S-Bahn-Linie von Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen (S7)"


Herr Vorsitzender,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Mobilität ist ein Grundrecht. Sie ist Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – sozial, kulturell und politisch. Und wer es ernst meint mit sozialer Teilhabe, der muss auch dafür sorgen, dass sich Menschen bewegen können – nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch, jeden Tag. 

Genauso klar ist: 
Im Jahr 2026 kann Mobilität nicht mehr heißen: mehr Autos, mehr Stau, mehr Emissionen. 

Wer heute noch am alten Modell festhält, der verschärft die Klimakrise – und zwar sehenden Auges. Wir brauchen eine Mobilität für alle, bei der Fuß-, Rad-, Bus- und Bahnverkehr Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr haben. Deshalb begrüßen wir das Ergebnis der vorliegenden Studie ausdrücklich.

Sie zeigt: Der Nutzen der Maßnahme „S7“ übersteigt die Kosten. Ganz konkret profitieren die Fahrgäste durch:
– schnellere Verbindungen,
– weniger Umstiege,
– und neue Möglichkeiten für Pendlerinnen und Pendler.

Zugleich können neue Fahrgäste gewonnen werden – Menschen, die vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

Auch der Erhalt und die Instandsetzung der Panoramabahn sind ein wichtiger Schritt: Sie entlasten die Stammstrecke und sorgen für ein robusteres Netz bei Störungen. 

Allerdings greift die Betrachtung der Kosten zu kurz. Denn die Kosten des Nicht-Handelns – also nichts gegen den Klimawandel zu tun – sind um ein Vielfaches höher als die Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen wie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Die Planung und Umsetzung der Verbindung zwischen Strohgäubahn und Panoramabahn bleibt dennoch eine Herausforderung.

Eine weitere große Herausforderung sind die stetigen Tariferhöhungen im VVS. Was wir stattdessen brauchen, sind sinkende Ticketpreise – perspektivisch sogar ein kostenloser ÖPNV. Nur so können wir das Grundrecht auf Mobilität wirklich gewährleisten und mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen. Umso bedauerlicher ist es, dass im Verkehrsausschuss am 11. Februar 2026 lediglich die SPD und unsere Fraktion gegen die Tariferhöhungen gestimmt haben. So kommen wir nur langsam voran auf dem Weg zu einer sozial- und klimagerechten Mobilität in der Region Stuttgart.

Der Ausbau der Strecke ist für uns die zweitbeste Lösung – leider ohne direkte Anbindung an den Hauptbahnhof. Dennoch stellt das sogenannte Nahverkehrs-Dreieck eine sinnvolle und mehrheitsfähige Lösung dar, um das öffentliche Verkehrsnetz in der Region  weiterzuentwickeln.

Wir brauchen eine S-Bahn, die zuverlässig und pünktlich fährt. Wir brauchen neue Züge zur richtigen Zeit. Und wir brauchen den Mut, das System wirklich zu verbessern – nicht nur ein bisschen.

Herr Dr. Lahl, 
wir, die Fraktion Linke.Piraten.SÖS ermächtigen Sie daher, die Rahmenvereinbarung für die S-Bahn-Linie von Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen zu unterzeichnen. Diese Vereinbarung zwischen dem Verband Region Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart, dem Zweckverband Strohgäubahn und der SWEG ist ein wichtiger Schritt. Und vielleicht ist es sogar ein gutes Zeichen, dass bei dieser Kooperation die Bahn außen vor bleibt – auch wenn sie derzeit nicht müde wird zu versprechen: „Ab jetzt wird alles besser.“

Damit es tatsächlich ein bisschen besser wird, stimmen wir auch der Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen zu.


Danke.

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