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Flüchtlinge als Potential für die Region

Antrag zur Haushaltsberatung 2016 im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung


Ergebnis:


Zu Ziff. 1: Zustimmung im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am  18.11.2015

Zu Ziff. 2: Alternativvorschlag der Verwaltung:


Der Verband Region Stuttgart regt bei der SportRegion an, ihre Aktivitäten zum Thema „Integration von Flüchtlingen“ fortzusetzen und nach Möglichkeit weiter zu intensivieren. Das Thema „Integration von Flüchtlingen“ ist bereits ein aktueller und unbefristeter Arbeitsschwerpunkt bei der SportRegion, zu dem beispielsweise ein Sonderpreis im Rahmen des jährlichen Innovationspreises zum Stuttgarter Sportkongress verliehen wird.



Antrag zur Haushaltsberatung 2016 im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung

Personen, die als Flüchtlinge in die Region gekommen sind und deren Aufenthaltsperspektive unsicher ist, sind von Integrationsmaßnahmen vielfach ausgeschlossen. Der Zugang zu Beschäftigung, Sprachkursangeboten, zu schulischer und beruflicher Bildung ist strukturell oder aufgrund gesetzlicher Regelungen häufig erschwert oder gar verwehrt.

Demgegenüber steht die demografische Entwicklung, die arbeitsmarktpolitisch selbst mit intensiven Anstrengungen kaum zu bewältigen sein wird. Dies führt zu der Erkenntnis, dass auch vor dem Hintergrund einer bislang nur sehr zögerlichen Gewinnung ausländischer Fachkräfte aus Staaten außerhalb der EU keine Zeit zu verlieren und das Augenmerk auch auf Flüchtlinge und ihre besonderen Potenziale zu lenken ist. Dies gilt nicht nur für hochqualifizierte Akademiker, sondern ebenso für Lehrberufe in Logistik, Einzelhandel oder Handwerk.

Flüchtlinge sind nach einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in hohem Maße Träger von Wissen und Fachkompetenz. So haben weit über die Hälfte mindestens 9 Jahre die Schule besucht, 23% eine Berufsausbildung, 14% ein Studium (meist noch im Herkunftsland) aufgenommen. Der überwiegende Teil (60%) ist zwischen 25 und 49 Jahre alt und wird sich also noch viele Jahre in den Produktionsprozess einbringen können. Neben den vielschichtigen Kompetenzen zeichnen sich Flüchtlinge zudem durch überdurchschnittliche Motivation und Leistungsbereitschaft aus.

Darüber hinaus gilt es, Flüchtlinge in unser kulturelles Leben zu integrieren. Hierbei spielt der Sport eine wichtige Rolle.  

Daher beantragt DIE LINKE:

Der Arbeitskreis Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik veranstaltet einen weiteren  Runden Tisch zum Thema „Flüchtlinge als Potenzial für die Region - Sprache als Schlüssel zur Integration“. Für Flüchtlinge oder für Asylbewerber, die eine Ausbildung absolvieren oder einen Arbeitsplatz haben, sollen Programme entwickelt werden, die es ermöglichen, den Deutschunterricht im Betrieb zu erhalten. Mit ähnlich gearteter Zielsetzung hat die IGMetall einen Tarifvertrag zur Förderung von benachteiligten Jugendlichen abgeschlossen. Diesen könnte man hier inhaltlich auf die besondere Situation der Flüchtlinge und ihren Bedarf nach verbessertem Zugang zu Deutschkursen übertragen.

Die Sportregion wird beauftragt, im Rahmen ihrer Aktivitäten wie Sport-Talk, Bundesliga-Treff und Regio-Cup verstärkt das Thema „Integration von Flüchtlingen“ aufzugreifen und hierzu im WIV zu berichten.

Für die Fraktion DIE LINKE   
 
Christoph Ozasek                  Friedhelm Hoffmann
(Fraktionsvorsitzender)          (Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft,
                                               Infrastruktur und Verwaltung)
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