Antrag: Verzicht auf Stammstreckensperrung 2026

Antrag an den Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart, eingebracht am 03.12.2025.


Ergebnis:

Abgelehnt im Verkehrsausschuss am 21.01.2026.


Die Fraktion Linke.Piraten.SÖS beantragt:

Der Verband Region Stuttgart (VRS) fordert als Aufgabenträger der S-Bahn die Deutsche Bahn (DB) auf, auf die geplante Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke in den Sommerferien 2026 zu verzichten.

Sollte sich die DB dazu nicht in der Lage sehen, verlangt der VRS eine detaillierte Begründung und die Vorlage von Alternativen, in welchem Umfang sich die Stammstreckensperrung im Sommer 2026 angesichts der deutlich reduzierten bzw. in Frage gestellten Maßnahmen für das 
Jahr 2026 verkürzen lässt.


Begründung:

2025 gab die Deutsche Bahn zu, dass die für das Jahr 2026 geplanten Sperrungen eine Belastungsstufe erreichen würden, die den stadtweiten und überregionalen Eisenbahnverkehr so stark einschränken würde, dass er auch mit Schienenersatzverkehr nicht mehr ausreichend kompensierbar wäre. Auf Proteste von Fahrgästen, Politik und Presse hin beschloss ein Sonderlenkungskreis im Juli die Verschiebung zentraler Bestandteile von Stuttgart 21 – die Kappung der Gäubahn, Verschwenkung der S-Bahn zur Mittnachtstraße und Verschwenkung der Gleise auf die neue Neckarbrücke – ins Jahr 2027.

Ursprünglich sollten bis Dezember 2026 neben dem S-21-Tiefbahnhof die Tunnel zum Flughafen, nach Ober- und Untertürkheim und nach Feuerbach in Betrieb gehen, sowie die kleine und große Wendlinger Kurve, der Abstellbahnhof und der Flughafenbahnhof. 

Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 wurde nun im November 2025 erneut auf unbestimmte Zeit verschoben, erst Mitte 2026 will die DB darstellen können, wie es mit den Bauarbeiten nun weitergehen soll. Die ursprünglich für 2026 geplanten Arbeiten – sollten sie denn im kommenden Jahr wie geplant durchgeführt werden – sollten sich dennoch weitgehend ohne Beeinträchtigung des Betriebs auf der bisherigen Infrastruktur machen lassen. Lediglich für die digitale Streckenausrüstung im Bestandsbereich Bad Cannstatt und Untertürkheim (Doppelausrüstung zur konventionellen Technik) ist eine Abhängigkeit von der Stammstrecke zu erwarten.

Dennoch sind die Sperrpläne für das Jahr 2026 nach wie vor annähernd so umfangreich wie die Einschränkungen, die in den Sommerferien 2025 wieder einmal zu massiven Beeinträchtigungen für Fahrgäste und Verkehr in der Region gesorgt haben. Die für Sommer 2026 geplanten 
Arbeiten jedoch rechtfertigen den angekündigten Umfang der Sperrungen nicht. Für die an sich im Sommer 2026 geplante Verschwenkung der S-Bahn zur Mittnachtstraße wäre eine Sperrung 
nachvollziehbar – wenn auch an sich nur tageweise oder über ein Wochenende.

Nachdem diese Maßnahme aber auf 2027 verschoben wurde, sehen wir keine vernünftige Begründung für eine Stammstreckensperrung 2026. Insgesamt ist momentan ohnehin unklar, welche Maßnahmen 2026 noch erfolgen sollen, und ob eine Stammstreckensperrung daher 
überhaupt in Betracht gezogen werden muss.

Daher muss der VRS im Interesse der Fahrgäste und der Region umfassend nachhaken und eine Streichung oder zumindest eine deutliche Reduzierung der angekündigten Stammstreckensperrung 2026 erwirken.