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Antrag: Ergänzende Busverkehre bei längerfristigen Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr

Antrag an den Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart, eingebracht am 24.03.2026.


Ergebnis:

Abgelehnt im Verkehrsausschuss am 29.04.2026.


Die Fraktion Linke.Piraten.SÖS beantragt: 

Die Verwaltung des Verbands Region Stuttgart prüft:

  1. Ob und unter welchen Voraussetzungen sich der Verband an ergänzenden Busverkehren parallel zur S-Bahn beteiligen kann, wenn diese aufgrund längerfristiger Sperrungen oder erheblicher Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr erforderlich werden. Dabei soll insbesondere die Situation der Direktbuslinie 245A zur Schülerbeförderung zwischen Remshalden-Hebsack, Winterbach und Schorndorf berücksichtigt werden.

  2. Inwiefern Regionalbus-Modellprojekte unterstützt werden können, deren Entwicklung durch wiederkehrende Sperrpausen, Schienenersatzverkehr oder instabile Anschlüsse im S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt werden. Dabei soll insbesondere die Situation der vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Regiobus-Systems geförderten Regiobuslinie 263 zwischen Welzheim und Schorndorf betrachtet werden, wo eine temporäre Weiterführung der Verbindung, beispielsweise bis Bad Cannstatt, eine stabile Anbindung im Rahmen des Schienenersatzverkehrs sicherstellen könnte.

Die betroffenen Landkreise sind im Rahmen der Prüfung anzuhören. Die Ergebnisse sind dem Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart vorzulegen.

 

Begründung

Die Baumaßnahmen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 sowie der Einführung des Digitalen Knotens Stuttgart führen bereits heute zu erheblichen Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr und werden auch in den kommenden Jahren wiederholt längere Sperrpausen, Notfahrpläne und umfangreiche Schienenersatzverkehre (SEV) mit sich bringen.

So hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Rems-Murr-Kreises am 9. März 2026 beschlossen, die Direktbuslinie 245A zwischen Remshalden-Hebsack, Winterbach und Schorndorf, die im Kontext des SEV und der Unzuverlässigkeit der S-Bahn zur verlässlichen Schülerbeförderung eingerichtet wurde, für ein weiteres Schuljahr bis Juli 2027 fortzuführen[1]. Diese Linie verläuft parallel zur S-Bahn und wurde trotz Einsparzielen im ÖPNV beibehalten, weil die Zuverlässigkeit der S-Bahn auf dieser Strecke aufgrund der Bauarbeiten derzeit erheblich eingeschränkt ist. 

Die jährlichen Kosten von rund 47.550 Euro werden derzeit jeweils zur Hälfte vom Rems-Murr-Kreis und den beteiligten Kommunen Remshalden, Winterbach und Schorndorf getragen. Der Rems-Murr-Kreis hat in diesem Zusammenhang den Verband Region Stuttgart ausdrücklich aufgefordert, sich künftig an solchen ergänzenden Verkehren zu beteiligen, da diese faktisch Aufgaben übernehmen, die an sich durch einen stabil funktionierenden Schienenverkehr oder einen umfassend organisierten Schienenersatzverkehr abgedeckt sein sollten.

Neben solchen Übergangslösungen geraten auch neue Mobilitätsangebote im ländlichen Raum unter Druck. Ein Beispiel hierfür ist die vom Land Baden-Württemberg geförderte Regiobuslinie 263 zwischen Welzheim und Schorndorf, die in der Hauptverkehrszeit im 15-Minuten-Takt fährt und dort den Anschluss an die S-Bahn Richtung Stuttgart herstellen soll.

Dieses Angebot stellt für den ländlichen Raum einen wichtigen Qualitätssprung dar. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, dass die gesamte Mobilitätskette zuverlässig funktioniert. Durch wiederkehrende Änderungen zwischen regulärem S-Bahn-Betrieb, Notfahrplänen und Schienenersatzverkehr entsteht jedoch für Pendlerinnen und Pendler eine Situation permanenter Unsicherheit.

Gerade neue Linien benötigen mehrjährige Stabilität, damit sich Fahrgastzahlen entwickeln können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Modellprojekte als wenig erfolgreich bewertet werden, obwohl die Ursache in der instabilen Schienenanbindung liegt. Deshalb sollte geprüft werden, ob in Phasen längerer Sperrungen beispielsweise eine temporäre Durchbindung solcher Linien über den bisherigen Endpunkt hinaus erfolgen kann, um eine stabile Anbindung an zentrale Knotenpunkte sicherzustellen.

Große Infrastrukturprojekte wie Stuttgart 21 haben Auswirkungen auf die gesamte Region – insbesondere auch den ländlichen Raum. Ziel der Prüfung ist daher, Wege aufzuzeigen, wie ergänzende Busverkehre im Rahmen des Schienenersatzverkehrs sowie Modellprojekte im regionalen Busverkehr während längerer Bau- und Sperrphasen stabil weiterentwickelt werden können, ohne dass ihre Erfolgsaussichten durch instabile Rahmenbedingungen beeinträchtigt werden.

 


[1] Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) vom 11.03.2026: "Buslinie 245A noch mal gerettet: Eltern in Remshalden und Winterbach atmen auf" (https://www.zvw.de/lokales/remshalden/buslinie-245a-noch-mal-gerettet-eltern-in-remshalden-und-winterbach-atmen-auf_arid-1064813).

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