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Vollintegration von RegioRad in die Verbundstufe II

Antrag zum Regionalhaushalt 2023, eingebracht am 24.10.2022.



Die Regionalfraktion DIE LINKE/PIRAT beantragt:

  1.  Die Verbandsgeschäftsstelle prüft die Vollintegration von RegioRad in die Verbundstufe II des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) und legt der Regionalversammlung einen Umsetzungsvorschlag mit entsprechenden Vertragsanpassungen zur Beratung vor. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, dass ein Zeitticket-Abonnement im VVS automatisch die Nutzung von RegioRad mit beinhaltet.
  2. Zur kurzfristigen Verbesserung der Situation werden folgende Maßnahmen ergriffen:
     
  • Im Haushaltsplan 2023 werden 20.000 Euro zur Bereitstellung von Fahrradreparatursäulen an größeren RegioRad-Stationen eingestellt.
  • Die Deutsche Bahn Connect GmbH als Betreiberin von RegioRad soll ein Bonussystem einführen – zum Beispiel in Form von Freiminuten – über das Nutzer*innen bei der Abgabe an Stationen mit wenigen verfügbaren Leihrädern belohnt werden, um so die aktuell unzureichende Relocation der Räder zu verbessern.
  • Die Deutschen Bahn Connect GmbH wird darüber hinaus aufgefordert, eine verbesserte Suchfunktion für Pedelecs und Lastenräder auf der Website sicherzustellen.

 

Begründung:

RegioRad ist ein Erfolgsmodell. Es sichert an über 250 Stationen mit 1.700 Leihrädern und Pedelecs, sowie bald 35 Lastenpedelecs, über die Stadtgrenzen Stuttgarts hinaus die Nah- und Anschlussmobilität, und ist in aktuell 51 Kommunen im gesamten Verbandsgebiet verfügbar. Auch für den Freizeitverkehr sowie den regionalen Tourismus ist RegioRad bedeutsam. Es ist ein niederschwelliger und umweltfreundlicher Baustein in der regionalen Mobilitätsagenda.

Doch trotz des konsequenten Ausbaus des Fahrradverleihsystems, insbesondere durch die 2-für-1 Stationsförderung des Verbands Region Stuttgart sowie die kostenlose Nutzung von Pedelecs über die Polygo-Card in den ersten 15 Minuten, ging die Nutzung von RegioRad in den vergangenen zwei Jahren im Vergleich zu 2019 deutlich zurück. Dies wird unter anderem auf das veränderte Mobilitätsverhalten in der Pandemie und mehr Homeoffice zurückgeführt.

Auch leidet die Akzeptanz bei den RegioRadnutzer*innen unter einer geringen Verfügbarkeit, unzureichendem Service sowie einer hohen Rate defekter oder beschädigter Räder, verursacht durch Vandalismus sowie durch Personalmangel bei DB Connect.

Eine vollständige Integration des RegioRad-Programms in die Verbundstufe II des VVS, sowie eine automatische Kopplung der Zeittickets mit RegioRad könnte die Zahl der Nutzer*innen deutlich erhöhen, und damit sowohl die Finanzierungsbasis verbreitern, als auch die soziale Kontrolle an den Stationen erhöhen und somit Vandalismus vorbeugen.

Mit einer derartigen Tiefenintegration wäre RegioRad deutlich sichtbarer Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs in der Region, würde die Radverkehrsagenda des Verbands untermauern und so zur dringend gebotenen Mobilitätswende beitragen.

Mit den genannten Maßnahmen schlagen wir außerdem vor, die Community der RegioRad-Nutzer*innen besser einzubinden. Die Bereitstellung von Fahrradreparatursäulen würde es den Radnutzer*innen erlauben, etwa kleinere Probleme durch lockere Schrauben, wie z. B. ein nicht fixierbares Sattelrohr, selbst instand zu setzen. Auch könnte durch ein Bonussystem, beispielsweise in Form zusätzlicher Freiminuten, die Relocation der Räder verbessert werden.